Am 1. April 2014 wurde testweise ein moderner Hybrid-Lkw zur Abfallsammlung in Betrieb genommen. Die Testphase dauerte ca. 30 Monate. Die GOA beteiligte sich als einer von neun Partnern am Projekt EMIS. Das Projekt EMIS, Elektromobilität im Stauferland, wurde gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und wurde koordiniert durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstofftechnologie (NOW GmbH). Es ist Teil der Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart, die von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) gemeinsam mit der Landesagentur für Elektromobilität (e-Mobil BW) gesteuert wird.

Die GOA hatte den neuen Hybrid-Lkw bei der Sammlung von Gelben Säcken und Bioabfällen im Ostalbkreis eingesetzt. Ziel des Einsatzes war es vorrangig, Energie einzusparen und die Umwelt aktiv zu schützen. Außerdem ist der Geräuschpegel des leisen Elektromotors beim Anfahren, sowie der Pressplattenaufbau im Sammelbetrieb deutlich geringer, als bei den herkömmlichen Dieselmotoren.

Der getestete Lkw ist ein so genannter Parallel-Hybrid. Er kombiniert einen Diesel- und Elektromotor, die gemeinsam oder unabhängig voneinander genutzt werden können. Der Lastkraftwagen schaltet automatisch zwischen den beiden Antriebsquellen um. Beim Fahren im ersten Gang wird das Hybrid-Fahrzeug ausschließlich durch den Elektromotor angetrieben. Bei höheren Gängen wir der Hybridmodus automatisch zugeschaltet, dann arbeiten Diesel- und Elektromotor zusammen für den optimalen Kraftstoffverbrauch. Der Fahrer kann den Diesel-Antrieb aber auch ausschalten, dann fährt das Hybrid-Fahrzeug nur mit dem Elektromotor, auch in höheren Gängen. Für ein ausgezeichnetes Fahrverhalten sorgt das hohe Anfangsdrehmoment des Elektromotors, besonders bei ständigen Start-Stopp-Situationen. Der Hybrid-Lkw verfügt über einen Sieben-Liter-Dieselmotor mit 300 Pferdestärken. Der Dieselmotor arbeitet parallel mit einem 120 Kilowatt leistenden Elektromotor. Er bezieht seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie. Sie lädt sich alleine durch den Bremsvorgang des Fahrzeugs wieder auf. Der Pressplattenaufbau mit Schüttung wird über ein getrennt geführtes Akku-Paket mit Plug-in-Anschluss versorgt.

Das Gesamtziel des Projektes war es, den Beitrag der Elektromobilität zu den Stadtentwicklungs- und Klimaschutzzielen zu evaluieren und in diese zu integrieren.

Die Testphase ist mittlerweile zu Ende. Es konnte ein Kraftstoffersparnis von ca. 20 – 35 % erzielt werden. Insgesamt wurde das Fahrzeug von den GOA-Mitarbeitern, die das Fahrzeug getestet haben, positiv bewertet. Durch den geringen Geräuschpegel waren sowohl Fahrer, als auch Werker am Ende der Sammeltour deutlich entspannter. Negativ bewertet werden muss jedoch, dass das Fahrzeug sehr hohe Anschaffungskosten aufweist. Das Hybrid-Fahrzeug wurde leider nur in Kleinserie produziert und ist derzeit auf dem Markt nicht verfügbar. Aufgrund der allgemeinen positiven Resonanz wäre ein Flottenausbau wünschenswert und damit ein weiterer Beitrag aus der Abfallwirtschaft zur Energiewende.  

Mehr Informationen zum GOA-Hybridfahrzeug finden Sie in folgender Pressemitteilung:


GOA baut auf Hybrid-Lkw - PDF